Et es richtich Härvs jeworde. Alles liggt voll bongte Bleär. Wenn die niemes wegfächt, kööß dat deä schönste Matsch werde. Kaschteie on Nüet falle noa on noa af, on dii Kenger sammele wilde Kaschteie. Doa make dii dii schönste Basteleie drut, wenn et buute so uselig es on se keine Wenkvuerel oplate könne. Fröher dorfte dii Blage helpe, wenn Modder dii Kappesschaaf ut deä Keller holde oder be deä Nobbere utjelend hat. No wurd schnell deä letzte Kappes von et Feld geholt on neben deä Tonn jreetjeleit, on wenn deä Kappes feingeschaaft woar, koam he en de Tonn, op jede Schicht en Hampfel Salt on ovendrop eene Dook on ene decke Steen. Dann kooß deä Kappes geäre bis heä suure Kappes woar. Dat woar no Sauerkraut. Wenn et en Wirtschafte oder op eene Buurhoaf Ferkesblood goaf, woar deä suure Kappes met Earpelsprenk dat richtige för bee die fresche Bloot- on Leverwursch oder die leckere Karmenade oder Häckskes. Wer Kenger ginge fröher ammer, wo et Ferke geschlacht woar, deä Panhaspott uutschare. Dat woare meest dii letzte Feste bevüür et richtig kalt wüerd, en Oma dii Liebestöter antrock, on dadrop bestong, dat wer och wärme Sock an deä Fööt trocke.

Bild von Enkeltochter Hannah
Oktober
Es ist richtig Herbst geworden.Alles liegt voll bunter Blätter. Wenn es keiner wegfegt, könnte es det schönste Matsch werden. Kastanien und Nüsse fallen nach und nnach ab, und die Kinder sammeln Roßkastanien; sie machen die schönsten Basteleien daraus, wenn es draussen so ungemütlich ist und sie krine Windvögel steigen lassen können.
Früher dürften die Kinder helfen, wenn Mutter den Kohlschaber aus dem Keller holte oder bei den Nachbarn auslieh. Nun wurde schnell der letzte Kohl vom Feld geholt und neben der Tonne zurecht gelegt, und wenn der Kohl fein geschabt war, kam er in die Tonne, auf jede Schocht eine Handvoll Salz und darauf ein Tuch und ein dicker Stein. Dann komnte der Kohl gären bis er zum Sauerkraut wurde.
Das war ein Sauerkraut! Wenn es in den Wirtschaften oder im Bauernhof Schweineblut gab, war Sauerkraut mit Kartoffelbrei das Richtige für die frische Blut- und Leberwurst oder für die leckeren Koteletts oder Haxen. Wir Kinder ging früher immer, wenn ein Schwein geschlachtet worden war, den Panhastopf ausschaben. Dies waren zumeist die letzten Feste, bevor es richtig kalt wurde und Oma den Liebestöter anzog und darauf bestand, das wir auch warme Socken an den Füßen anzogen.

