En de dressijer Joare von et vörije Joarhongert konnte Verwandte von os an deä Grenzweg e Stöck Land vör te baue on te bebaue kriiije. Dat Projekt woar vör Lüüt möt völl Kenger jedeit. Di Niersch jing damals noch be denne henge dur et Feld on noch net vüüre vör di Hüüser. Dat Land jehürde noa Viersche on woar di Jrenz noa Neersche.
Onkel Theo woar erwerbslose Sattler. Heä woar vru-e, dat heä su-e vör sin Familich sorje kooß. Dat Stök Land reket uut, Eäpel on Kappes on Jemös on Heu vör sin Deeres te trekke. In ene Verschlach woar emmer ene Kusch, deä wurd em Hervs jeschlacht. Jö-es on Henne breite Eier, ene Wachhonk loach an de Kett, on an ene Poal woar en Jeet aanjebonge. Di Jeet heel e Stöck Jrasland kört, di koam emmer wii-er op en angere Stell an deä Poal. Di Jeet woar e janz neujiirich Deer, beäter als deä Wachhonk. Wenn ene Mensch op et Huts anjing, vongk di emmer an te meckere.
Als Kengk hab ich emmer jedeit, di kennt os wii-er on dat meckere es en Bejrüßung. Wör woare oft doa buute, weil minne Vadder be deä Bau oder Eäpel döppe holp, on ich in di Tiit möt min Kusine oder Vettere spii-ele kooß, solang di kin Arbet donn moße.
Op di Siedlung an deä Jrenzweg sind elf Kenger jru-et jeworde, on jeder moß möthelpe. Min dree jruete Kusine soate abwechselnd jedde Oavend vör ene 10I-Emmer voll Eäpel te schälle. Di Schale kreech dat Ferke, di Eäpel woare vör et Frühstück on doabee joav et Jeetemelk. Bloß am Sonndach hodde di selvjebacke Bruet on Weck.
Di Jeet, di „Kuh des kleinen Mannes“, hod os emmer laut aanjemeckert bis deä Kreech utbroak on Onkel Theo on di twie Älste injetrokke worde.
Noa on noa sind di Jeet, der Kusch, Kanin on dat Jeflüjel verschwunde, di Pomp word dur Wasseranschluß, on di Petroleumslamp dur elektrische Strom ersetzt. Hüt is di Niersch bejradigt on dat Jebiet jehürt noa Willich-Neersen.

„The Hungry Mountain Goat“ – Kurzgeschichten von Sibillas Tochter Gudrun Quinlan
Die Ziege
In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts konnten Verwandte von uns am Grenzweg ein Stück Land zum Bauen und Behauen erwerben. Das Projekt war für kinderreiche Familien gedacht. Die Niers ging damals noch hinter ihnen durch das Feld und nicht vorne vor den Häusern. Das Land gehörte zu Viersen und war die Grenze nach Anrath.
Onkel Theo war erwerbsloser Sattler. er war froh, das er so für seine Familie sorgen konnte. Das Stück Land reichte aus, Kartoffeln und Kohl und Gemüse und Heu für seine Tiere zu ziehen. In einem Verschlag war immer ein Schweinchen, es wurde im Herbst geschlachtet.
Als Kind habe ich immer gedacht, er erkennt uns wieder und meckerte zur Begrüßung. Wir waren oft da draußen, weil mein Vater beim Bau und beim Kartoffelsäen half, und ich in der Zeit mit meinen Kusinen und Vettern spielen durfte, solang diese nicht arbeiten mussten.
Gänse und Hühner brachten Eier, ein Wachhund lag an einer Kette und an einem Pfahl war eine Zeige angebunden. Diese Ziege hielt ein Stück Grasland kurz, sie kam immer wieder an einer anderen Stelle an den Pfahl. Diese Ziege war ein sehr neugieriges Tier, sie war besser als der Wachhund. Wenn ein Mensch auf die Hütte zuging, fing sie immer zu meckern an.
In der Siedlung am Grenzweg sind elf Kinder großgeworden, und jeder musste mithelfen. Meine drei großen Kusinen saßen jeden Abend abwechseln von einem 10 l Eimer Kartoffeln, um diese zu schälen. die Schale bekam das Ferkel, die Kartoffeln waren fürs Frühstück, dabei gab es Ziegenmilch. Nur an Sommertagen gab es selbstgebackenes Brot oder Wecken.
Die Ziege, die „Kuh des kleinen Mannes“, hat uns immer laut angemeckert bis der Krieg ausbrach und Onkel Theo und die zwei Ältesten eingezogen wurden.
Nach und nach sind die Ziege, das Schwein, Kaninchen und das Geflügel verschwunden, die Pumpe wurde durch Wasseranschluss, die Petroleumlampe durch elektrischen Strom ersetzt. Heutzutage ist die Niers begradigt und das Gebiet gehört zu Willich-Neersen.

Gudrun Quinlan: The Hungry Mountain Goat
We read several articles and reports that you can find quite a few mountain goats in the Rockies in Colorado. Supposedly, they are everywhere near the summits. We thought it would be really cool if we got the chance to take pictures of them.
We started one of our hikes before dawn. You have to leave the summit by noon because of the sudden lightning storms; getting caught in one of these storms can be fatal. We made it to the top shortly before 11:00 am.
Often, when we are close to the top, our daughter and I take off our backpacks and leave them on the side of the trail (we are not worried about other hikers stealing them). We climb the rest – and steepest part – of the hike without the heavy weight on our back. That makes it so much easier! My husband leaves his backpack on, since he has his camera, the first-aid kit, and a gas stove to make our lunches and hot chocolate.
We took our time enjoying the view. There were dozens of goats everywhere in the distance! My husband was still taking pictures when our daughter and I headed back to where we left our backpacks. Oh, no! There was a goat chewing up my brand-new purple backpack, which I had received for my birthday!
However, we were very surprised to see that it didn’t touch our daughter’s teal-colored backpack which had peanut butter treats, chocolate, and other goodies in it. Surely, the goat must have smelled that?!
What does a goat eat anyway? According to a Google search result a goat will eat almost anything, even cardboard. While a goat will not actually eat inedible material, it will chew on and taste just about anything resembling plants. Strange, my backpack does NOT look anything like a plant… It is very curious about the unusual smells of leftover food. Aside from sampling many things, a goat is quite particular in what it actually consumes. It likes to browse on shrubs and trees, broad-leaved plants, and weeds.
And most of all, it will eat anything that is purple.
(from: Gudrun Quinlan: The Run-Away Tree. 2012)