Als wer noch Kenger woare, woare wer op en Stroat to huus, wo vüel Kenger levde. So koam et, dat die Jruete emmer kleen Jeschwister an de Klepp haue, op di man oppasse moß. Wenn ener möt ene Ball oder e Selke oder Jlanzbelder ut et Huus jing, woar janz flott en jruete Koppel tesame, on di Kleene dorfte „vor de Hongert” mötlope. Ens hant wer Versteäke jespelt, on jeder e joot Versteck jefonge. An deä Dach hot min Mutter jewäsche on di Kellerdüür stong op, domöt deä Schwaam aftrecke konnt. Dat isere Öfke, wo di Wäsch drop heet jemäkt woar, woar utjejange. Alle Kenger woare jefonge, bloß e Mädche leet sich einfach net fenge. Wer hant jerope on jesökt, ävver Hilde woar weg, bis min kleene Schwester ene laute Schrei ding on knietewett ut deä koam. Mama on en Nobbersfrau koame jespronge om to kieke, wat los woar. Doa soat Hilde in en Döschdeck mot Blömkes drop injewekkelt op deä Oave on woar met Ärm on Been am fuchtele on met janz deepe Stimm am senge: „Ich bin der Geist, ich bin der Geist, der jeden in den Hintern beißt.“
Mama hät dann schnell di Kellerdüür wier tojemäkt, on dat Jespäns, wat os so bang jemäckt het, lachte os uut on hoalet e Selke för to sprenge.

Bild von Enkeltochter Friederike

Bild von Enkelsohn Jan
Das Gespenst
Als wir noch Kinder waren, waren wir auf einer Straße zu Hause, wo viele Kinder lebten. So kam es, dass die Großen immer kleine Geschwister in der Schleppe hatten, auf die man aufpassen musste. Wenn einer mit einem Ball oder einem Seilchen oder Glanzbilder aus dem Haus ging, war ganz schnell eine große Menge zusammen, und die Kleinen durften „für das Hundert“ mitlaufen.
Einmal hatten wir Verstecken gespielt, und jeder hatte ein gutes Versteck gefunden. An dem Tag hatte meine Mutter gewaschen und die Kellertür stand offen, damit der Dampf abziehen konnte. Das eiserne Öfchen, worauf die Wäsche heiß gemacht worden war, war ausgegangen. Alle Kinder waren gefunden, nur ein Mädchen ließ sich einfach nicht finden. Wir haben gerufen und gesucht, aber Hilde war weg, bis plötzlich meine kleine Schwester einen lauten Schrei tat und schneeweiß aus dem Keller kam. Mama und eine Nachbarsfrau kmen angesprungen, um zu sehen, was los war. Da saß Hilde, in eine Tischdecke mit Blümchen eingewickelt, auf dem Ofen und fuchtelte mit Armen und Beinen und sag dabei mit ganz tiefer Stimme: „Ich bin der geist, ich bin der Geist, der jeden in den Hintern beißt.“ Mama hat dann die Kellertür schnell wieder zugemacht, und das Gespenst, welches uns so viel Angst gemacht hatte, lachte uns aus und holte sich ein Seilchen, um zu springen.

Bild von Enkelsohn Oskar

Gespenst aus dem Kinderzimmer der Enkeltochter Hannah